Aktuelles und Termine
Aktuelles
Paritätischer Armutsbericht 2026: Soziale Spaltung verschärft sich
08.06.2026
Der Paritätische Gesamtverband hat unter dem Titel „Wachsende Armut, schrumpfende Sicherheit“ seinen neuen Armutsbericht mit alarmierenden Befunden veröffentlicht: Die soziale Spaltung in Deutschland verschärft sich. 13,3 Millionen Menschen leben in Armut, die Armutsquote steigt auf 16,1 Prozent. Gleichzeitig wächst die Kluft zwischen Regionen und Bevölkerungsgruppen. Während Armut insgesamt zunimmt, verfestigt sie sich besonders bei Älteren, Frauen und Alleinerziehenden. „Wir sehen eine Gesellschaft, die sozial weiter auseinanderdriftet. Menschen spüren das. Jetzt immer neue Kürzungen zu diskutieren, schürt Angst und Unsicherheit. Das spielt Populisten und Extremisten in die Hände“, erklärt Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes.
Ehrenamtspreis würdigt Engagement
19.05.2026
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS NRW) hat einen neuen Preis ins Leben gerufen: Der Ehrenamtspreis „Ehrenamt schafft Begegnung“ wurde erstmalig im März 2026 verliehen, um den Einsatz der vielen Freiwilligen in der Senior*innenarbeit zu würdigen. Unter den Preisträgern sind drei Angebote von Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW.
Besuche gegen Einsamkeit
Mit einem Sonderpreis ausgezeichnet wurde der ehrenamtliche Besuchs- und Begleitdienst des Bundesverbands Information & Beratung für NS-Verfolgte aus Köln. Das Angebot richtet sich an Überlebende des Nationalsozialismus in Köln und Umgebung, die aufgrund von Alter, Krankheit oder eingeschränkter Mobilität zunehmend isoliert leben. Seit 2022 engagieren sich Freiwillige, die regelmäßig Kontakt zu den Überlebenden pflegen – durch Besuche, Telefonate, gemeinsame Spaziergänge oder Einkäufe. Das Projekt versteht sich als solidarischer Begegnungsraum auf Augenhöhe, der Würde, Offenheit und Verlässlichkeit in den Mittelpunkt stellt.
Sozialminister Laumann zeichnet Ehrenamtliche aus
Eine Jury wählte aus über 180 Bewerbungen zehn Gewinner-Projekte und zwei Sonderpreisträger aus, die je 1.000 Euro Preisgeld erhalten. Ende März überreichte Sozialminister Karl-Josef Laumann die Auszeichnungen in Düsseldorf.
Ausgezeichnete Projekte
Unter den Gewinnern sind mit dem Aachener Nachbarschaftsring Öcher Frönnde und dem Projekt „Geschichtsschreiber" des Arbeiter-Samariter-Bund Region Düsseldorf zwei weitere Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW.
Kürzungen stoppen – Jetzt handeln!

12.05.2026
Bund, Länder und Kommunen beraten aktuell massive Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe, der Eingliederungshilfe und beim Unterhaltsvorschuss – ohne Beteiligung von Betroffenen und Fachleuten. Der Paritätische Gesamtverband hat die Pläne öffentlich gemacht und eine breite Debatte ausgelöst. Dennoch sind die Kürzungen nicht vom Tisch:
Bei der Konferenz der Regierungschefinnen und Regierungschefs mit dem Bundeskanzler am 25. Juni 2026 sollen Entscheidungen fallen.
Jetzt ist Widerspruch gefragt. Auf www.stoppt-sozialabbau.de finden Sie:
- Textvorlagen für Schreiben an Abgeordnete
- Sharepics für Social Media
- Argumente gegen den Sozialabbau
Bitte teilen Sie den Link der Webseite!
KiBiz: Gesetzentwurf enthält deutliche Verbesserungen

20.04.2026
Familienministerin Verena Schäffer (Bündnis 90/Die Grünen) hat die Vorschläge der Landesregierung zur Weiterentwicklung des KiBiz-Gesetzentwurfs vorgestellt. Die Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW bewertet diese Vorschläge ausdrücklich positiv: Zentrale Forderungen der Freien Wohlfahrtspflege wurden aufgegriffen, darunter die Ausweitung der Kernzeit auf 35 Wochenstunden und die Zurücknahme der erweiterten Überbelegung von Gruppen.
→ Pressemeldung der Freien Wohlfahrtspflege NRW
30.01.2026
Am 30.01.2026 brachte die Landesregierung den Gesetzentwurf zur Novellierung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) in den NRW-Landtag ein. Nach Protesten der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW konnten in Gesprächen mit der Landesregierung substanzielle Verbesserungen im Gesetzentwurf im Vergleich zum Referentenentwurf erreicht werden.
→ Pressemeldung der Freien Wohlfahrtspflege NRW
19.01.2026
Die Reform des Kinderbildungsgesetzes NRW (KiBiz) war mehr als überfällig, doch der im Dezember vom NRW-Familienministerium vorgelegte Referentenentwurf droht vieles schlechter zu machen und wenig besser. Noch kann die Landesregierung etwas ändern: Am 27. Januar 2026 wird der Referentenentwurf ins Kabinett eingebracht – und so wie er vorliegt, darf er es nicht wieder verlassen! Wer diese Forderung teilt, kann dies nun auch öffentlich zum Ausdruck bringen: Der Paritätische Wohlfahrtsverband NRW ruft auf, die Online-Petition „Kitas retten – Kinderbildungsgesetz NRW besser machen!“ zu zeichnen.
Ohne Korrekturen am Gesetzesentwurf drohen Schließungen und massive Qualitätseinbußen in der Kindertagesbetreuung in NRW, so die Botschaft der Online-Petition. Bestehende Probleme werden zulasten von Trägern, Fachkräften und Familien weiter verschärft. Kern- und Randzeiten ermöglichen den Einsatz unzureichend qualifizierter Kräfte, Bring- und Abholzeiten werden pädagogisch ausgehöhlt, und frühkindliche Bildung wird auf Kernzeiten reduziert. Unterbesetzungen erhöhen das Risiko für Kindeswohlgefährdungen, Kinder mit Förder- oder Teilhabebedarf sind nicht ausreichend berücksichtigt. Die Regelungen verlagern Verantwortung auf Träger, Fachkräfte und Eltern, ohne Betreuungsstabilität tatsächlich zu sichern, und verschärfen den Fachkräftemangel. Die im Gesetz gemachten Vorschläge gefährden insbesondere die Existenz kleiner Kitas, statt Entlastung zu schaffen. Der Wegfall des Zuschlags für eingruppige Kitas sowie die drastisch reduzierte Finanzierung von Kita-Helfer*innen setzen Einrichtungen unter finanziellen Druck.
„Wir fordern die Landesregierung deshalb auf, den Gesetzentwurf grundlegend nachzubessern, Planungssicherheit zu gewährleisten und die Trägervielfalt sowie die Qualität frühkindlicher Bildung nachhaltig zu sichern“, heißt es in der Petition. Noch bis zum 27. Januar 2026 sind alle Bürger*innen aufgerufen, online zu unterschreiben:
https://weact.campact.de/petitions/kitas-retten-kinderbildungsgesetz-nrw-besser-machen
→ Weitere Informationen und Bilder für Social Media erhalten Sie auf der Seite des Paritätischen Landesverbands NRW.
Termine
25. Juni 2026 | 11 – 12.30 Uhr | Onlineveranstaltung
„Parität vor Ort: Gemeinsames Lobbying im ländlichen Raum – wie kann die regionale Vernetzung paritätischer Mitgliedsorganisationen gelingen?“
Mario Habrecht, Sprecher der paritätischen Kreisgruppe Westerwald/ Altenkirchen geht der Frage nach, wie im ländlichen Raum paritätische Vernetzung gelingen und politische Präsenz gefördert werden kann. Welche Formate braucht es dafür? Welche Funktion müssen diese erfüllen? Was ist nicht mehr zeitgemäß? Und welche Besonderheiten weist der ländliche Raum dabei auf?
17. September 2026 | 10 – 11.30 Uhr | Onlineveranstaltung
„Parität vor Ort: Lobbying für’s Soziale durch Zusammenarbeit! Neue Wege in der Liga Wohlfahrtspflege.“
Dorothée Schackmann, Kreisgruppengeschäftsführerin Der Paritätische Stadt Hamm/ Kreis Unna berichtet von der Gründung der Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege Ruhr (AGW Ruhr) – wo gemeinsames sozialpolitisches Gestalten an die Stelle von konkurrierenden Trägerinteressen treten soll. Wie kann ein solcher Prozess, der auf die Gemeinsamkeiten statt die Unterschiede fokussiert, gelingen? Und was spricht für die Gründung auch von neuen Formaten? Wir freuen uns auf einen spannenden gemeinsamen Austausch.
8. Oktober 2026 | 11 – 12.30 Uhr | Onlineveranstaltung
„Parität vor Ort: Wie lässt sich Wirkungsorientierung für Lobbyarbeit nutzen?“
Christoph Erbslöh, Bezirksbeauftragter für Charlottenburg-Wilmersdorf und Tempelhof-Schöneberg, vom Paritätischen Berlin stellt das Paritätische Wirkungsmodell vor und berichtet, warum Wirkungsorientierung eine Haltung ist, die immer wichtiger wird. Außerdem geht er darauf ein, wie der Verband in Berlin versucht, die politische Debatte um soziale Angebote wirkungsorientiert zu führen und im Sinne der Mitglieder zu beeinflussen.
12. November 2026 | 9.30 – 11 Uhr | Onlineveranstaltung
„Parität vor Ort: wie lässt sich social media für die Lobbyarbeit nutzen?“
Matthias Galle, Referent Social Media und Online-Redaktion beim Paritätischen Gesamtverband, erläutert die Social Media Strategie des Paritätischen, skizziert Funktionsweisen verschiedener Plattformen und gibt praxisnahe Tipps für die Erarbeitung eigener Soical Media Inhalte.
